Herr Brandstetter, Sie sind Verkäufer für den Bereich Transporter bei Praunsmändtl im Betrieb in Pfaffenhofen. Anzug und Maske – neues Businessdress. Wie geht es Ihnen damit? Wie fühlt es ich im Alltag und im täglichen Umgang mit Kollegen und Kunden an? Haben Sie selber Angst sich anzustecken?

Ich kann mich im Moment nicht beklagen. Das Tragen der Maske ist tatsächlich in Fleisch und Blut übergegangen. Selbst das verlegene „Handzucken“ beim fehlenden Händeschütteln bei einer Begrüßung ist vorbei. Die Maske haben wir als lustige tägliche „Challenge“ in den Alltag integriert. Meine Frau bastelt mir täglich aus Servietten und Haargummis eine kreative, individuelle und auf die Krawatte abgestimmte Maske Das freut mich jeden Tag und macht es mir leichter, mich darin wohl zu fühlen. Ein mulmiges Gefühl bereiten mir die steigenden Temperaturen in Kombination mit Maske. 

Zuhause stellt Homeschooling im Doppelpack das Leben auf den Kopf gestellt. Verraten Sie uns einen Trick aus der Motivationskiste eines zweifachen Vater?

Glücklicherweise konnte ich mich bei dem Thema Homeschooling und Kinderbetreuung weitestgehend ausklinken. Das war für mich sehr wertvoll, um meinen neuen Kollegen anzulernen. Das wäre im normalen Alltag untergegangen. 

Die größte Motivation für meine Frau und Kinder war, dass die Feierabende und Wochenenden frei von Terminen waren. Es entstand Freiraum, der sonst immer extrem druchgetaktet ist. Diese neu gewonnene Zeit genossen wir intensiv miteinander und war der Ausgleich für die stressigeren Phasen. 

Kurzarbeit & „Betriebsisolation“ wurde angeordnet, d.h. es gab keine physischen Treffen mir über den eigenen Betrieb hinaus. Was ging ihnen bei diesem Maßnahmen Paket durch den Kopf? 

Diese so schnell aufeinanderfolgenden Nachrichten waren sehr beängstigend und spiegelten den Ernst der Lage wider. Dennoch beeindruckt mich bis heute, wie anpassungsbereit unser komplettes Team ist. Ziel war immer, dass der „Laden“ weiterläuft. Es wurde alles hingenommen, Prozesse angepasst und optimiert. Augenblicke zum Schmunzeln waren z.B. die kontaktlosen Fahrzeugübergaben mit Kollegen aus den anderen Betrieben. Ort des Schlüssels wurde vereinbart, bei Abholung gab man aus der Distanz Zeichen wie Daumen hoch und Zurufe. Da fühlte man sich schon fast wie im Krimi bei einer Lösegeldübergabe;-)

Im Bereich Transporter und V-Klasse haben Sie hauptsächlich mit Gewerbetreibenden oder Familien zu tun. Wie hat diese Zielgruppe auf die veränderte Situation reagiert? Kam es zu Stundungen, Rücktritten vom Verkauf? Erlebt sie V-Klasse einen Run als Urlaubsalternative?

Einige von unseren Kunden wurden von Corona selbst überrollt. Es ist für uns selbstverständlich, dass wir hier auf jedes einzelne Anliegen eingegangen sind und gemeinsam nach Lösungen gesucht haben. Vom Musiker, der seine Fahrzeugbestellung ein halbes Jahr verschieben kann bis hin zu Stundungen. Als langjährige Geschäftspartner vieler unserer Kunden heißt es einfach #zamhalten. 

Die Reisemobile erleben in der Tat einen Hype. Es ist schon in den letzten Jahren mehr in die Mode gekommen und der Mangel an Alternativen unterstützt diesen Trend. 

Zu welchem „Corona-Typ“ würden Sie sich zählen: Typ A so viel Sport getrieben wie schon lange nicht mehr oder Typ B soviel gechillt und gegrillt wie schon lange nicht mehr? 🙂

Da rede ich mich nicht lange raus. Definitiv mehr gegrillt

Wenn Sie sich in 10 Jahren an die „Corona-Zeit“ zurückerinnern, was wird Ihnen durch den Kopf gehen?

Ich werde mich an eine „staade Zeit“ zurückerinnern – so wie man sich sie vor Weihnachten immer wünschen würde. Nichts eilt, keine Hektik und wenn etwas einen Tag länger dauert, dann passt es auch. Hoffentlich werde ich mich nicht daran erinnern, dass der Handschlag durch Corona gestorben ist. Das wäre sehr schade!